Wie kannst du Ängste und Depressionen überwinden?

Als Christen sind wir aufgefordert, unsere Freude im Herrn zu finden. (Philipper 4,5) Und doch haben viele Christen mit Depressionen und starken Ängsten zu kämpfen. Wie ist es möglich, diese zu überwinden? Wie kommt es, dass Christen überhaupt mit diesen Problemen zu kämpfen haben, wo sie doch in der Liebe Gottes ruhen können?

Als man Gott nicht gehorchte

Depressionen und Ängste traten in das menschliche Leben ein, als man Gott zum ersten Mal ungehorsam war. Bis dahin hatten Adam und Eva völligen Frieden mit ihrem Schöpfer, mit sich selbst und miteinander. Sie mussten sich diesen Frieden nicht erarbeiten, er war ihnen von Natur aus gegeben. Sobald sie Gott ungehorsam waren, verschwand dieser Friede aus ihren Herzen, und Angst und Furcht zeigten ihr hässliches Gesicht; die ersten Menschen versteckten sich vor Gott. (1. Mose 3,8-10)
Sobald die Beziehung zu Gott gestört war, wurde auch die Beziehung zwischen Mann und Frau problematisch, und obendrein veränderte sich ihr Selbstbild. Sie schämten sich nun ihrer selbst. (1. Mose 3,10)

Die Bibel ist sehr ehrlich

Die Bibel ist sehr ehrlich, wenn es um Ängste und Depressionen geht. Helden des Glaubens kämpften damit, und sie verbargen diese Tatsache nicht.

  • Elia wollte sterben. (1. Könige 19,4) Er dachte, er sei der Einzige, der Gott noch folgte. (1. Könige 19,10)
  • Mose ist viele Male am Ende seiner Kräfte und beschuldigt Gott einmal sogar, „schlecht“ mit ihm umzugehen.(4. Mose 11,11-15)
  • David schüttete seine Angst in den Psalmen aus, so in Psalm 22.
  • Jeremia beklagte die völlige Finsternis in seinem Leben. (Klagelieder 3,1 21)
  • Psalm 88 ist ein Psalm ohne einen einzigen Lichtstrahl.

Ängste und Depressionen sind real. Wir leben in einer kaputten Welt.

Jesus hat uns versöhnt

Gott sei Dank hat Jesus uns am Kreuz mit Gott versöhnt, und auch andere Beziehungen sind eingeschlossen. Weil wir in Christus sind und ihn kennen, können wir echte Freude und echten Frieden erfahren, der alle unsere Gedanken übersteigt. (Philipper 4,7) Wir können in Frieden mit unseren Mitmenschen leben. Wir können mit uns selbst in Frieden leben, weil Jesus die Dinge für uns in Ordnung gebracht hat. (Epheser 2,13-14) Aber das geht nicht so mühelos wie vor dem Sündenfall; Paulus fordert seine Zuhörer sogar auf, daran zu arbeiten. (Philipper 4,4-8)

Wie überwindet man Depressionen und Ängste?

1. Wende dich mit deinen Gefühlen an Gott
Erstens: Wende dich mit all deinen Gefühlen an den Herrn. Versuche nicht, sie zu verbergen. Es spielt keine Rolle, wie roh sie sind. Gott kann mit rohen Emotionen umgehen; die Psalmen und das Buch Hiob sind der Beweis dafür, ebenso die oben erwähnten Passagen.
2. Lege das Joch ab
Zweitens: Denke daran, dass Jesus sagt: “Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.” (Matthäus 11,28-30 ELB) Das bedeutet, dass du die Last, die du dir selbst auferlegt hast, anerkennen musst. Sind deine Ängste darauf zurückzuführen, dass du zu streng mit dir selbst bist? Lege dieses Joch ab; nimm es von deinem Hals. “Nehmt auf euch mein Joch“. Mach dir Gedanken darüber, welches Joch Jesus dir auferlegen will; es wird nicht zu schwer sein, sondern genau richtig für dich, maßgefertigt. “Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen” Jesus lädt dich ein, so zu sein wie Er: sanftmütig und demütig, und wenn du so wirst wie Er, wird deine Seele Ruhe finden. Dies ist ein wunderbares Versprechen. Bleibe nahe bei Jesus, halte dich an Ihm fest. Er ist der Fürst des Friedens. (Jesaja 9,5)
3. Such Hilfe
Drittens kann es notwendig sein, Hilfe zu suchen. Wir sind nicht auf diese Welt gekommen, um auf uns allein gestellt zu sein. Bete zu Gott, dass Er dir jemanden zur Seite stellt, der dir zuhören kann: einen Freund, eine weise Person oder deinen Pastor. Vielleicht ist es auch an der Zeit, professionelle Hilfe aufzusuchen. In diesem Fall ist es am besten, einen christlichen Fachmann aufzusuchen, denn Herzensangelegenheiten sind eng mit unserer Beziehung zu Gott verbunden, und das muss dein Seelsorger oder Psychologe verstehen. Ein Fachmann ist darin geschult, die richtigen Fragen zu stellen und dir so zu helfen, die Ursache für deine Depressionen und Ängste zu verstehen, und dir zu helfen, mit diesen Gefühlen umzugehen und sie zu bewältigen.
4. Wende dich nicht von Gott ab
Aber was auch immer du tust, wende dich bitte nicht von Gott ab. Bitte verstehe, dass Er nahe ist, auch wenn Er weit weg zu sein scheint. (Apostelgeschichte 17,27) Denke daran, dass Jesus alles durchgemacht hat, auch intensive Angst. (Hebräer 4,14-15; Hebräer 5,7) Er weiß, dass es beängstigend ist, einer von uns zu sein. Aber er lässt es nicht dabei bewenden. Er ist bei dir, bei jedem Schritt auf dem Weg. Und in kurzer Zeit wird alles Leid dahinschmelzen im strahlenden Licht und in der Wärme der glorreichen Zukunft, die Jesus für dich vorbereitet hat. (2. Korinther 4,17) Friede wird wieder über dich kommen – und das mühelos.

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