Was ist Verfolgung und wie gehe ich damit um?

Die Bibel sagt, dass die Nachfolger Jesu verfolgt werden, wenn sie sich in einer gottlosen Gesellschaft zu Gott bekennen (2. Timotheus 3,12). Das ist keine Überraschung: Jesus nachzufolgen bedeutet, in seine Fußstapfen zu treten. Auch Er wurde verfolgt. In seiner letzten großen Lehre wies Jesus die Jünger auf die Reaktionen der Welt hin (Johannes 15,18; 15,21). An anderer Stelle sagt Er: „Es wird so weit kommen, dass man meint, Gott einen Dienst zu erweisen, wenn man euch tötet“ (Johannes 16,2). So dachte auch Paulus vor seiner Bekehrung (siehe Philipper 3,6).
Manche Christen denken, dass der Herr uns vor jeglichem Leid bewahren wird. Er ist doch mächtig genug um das zu tun, oder? Ja, das ist er in der Tat. Aber noch einmal: Die Heilige Schrift macht sehr deutlich, dass Christen allen Ursachen des Leidens ausgesetzt sind, die den Menschen gemein sind, plus der zusätzlichen Verfolgung, die entsteht, wenn man klar für Christus eintritt. Eine falsche Lehre betont, dass man Leid und Verfolgung vermeiden kann, wenn man nur genug Glauben hat. Verfolgung ist in ihren Augen eine Niederlage. In Wirklichkeit ist sie aber eher ein Zeichen des Sieges (Lukas 6,22-23). Und in allem was kommen mag wird Christus immer bei uns sein, in jeder Erfahrung. Das ist sein letztes und endgültiges Versprechen, das Millionen von Menschen in schwierigen Situationen getröstet hat: „Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist!“ (Matthäus 28,20).

Ich leide unter einigen Schwierigkeiten wegen anderer. Ist das Verfolgung?

Viele Menschen denken, dass Verfolgung wegen ihres Glaubens nur dann vorliegt, wenn jemand eine Pistole an ihren Kopf hält und verlangt, dass sie Christus verleugnen. Aber Verfolgung ist viel mehr als das. Oft ist sie ein Prozess, der schließlich zu dem Punkt führen kann, den wir gerade beschrieben haben. Dieser Prozess hat normalerweise drei Stufen, die dir helfen können zu erkennen, was du jetzt zu ertragen hast.

  1. Falsche Informationen. Bevor die Verfolgung in vollem Umfang einsetzt, wird es alle Arten von Fehlinformationen über Christen geben. Die Medien sind in diesen Fällen oft Boten dafür, wie schlecht Christen sein können. Auf diese Weise berauben sie Christen langsam, aber stetig ihres Rufes und beschuldigen sie auf vielerlei Weise zu Unrecht.
  2. Diskriminierung. Die Diskriminierung muss nicht immer aktiv sein. Aber das Ergebnis ist dennoch dasselbe: Eine Bürgerschaft zweiter Klasse für die Anhänger Christi. Ihr Status wird als minderwertig angesehen. Dies gilt in rechtlicher, sozialer, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht.
  3. Verfolgung. In diesem Stadium hassen dich die Menschen bereits, schließen dich aus, beschimpfen dich und lehnen dich ab. Dies ist genau das, was Jesus in Lukas 6,22 vorausgesagt hat. Aber bei all dem sind wir Erben, Erben Jesu Christi (Römer 8,16-17; Titus 3,7).

Es kann hilfreich für dich sein, die Situation zu erkennen. In jedem Fall ist es klug das zu tun, was du kannst, um eine weitere Entwicklung dieses Verfolgungsprozesses zu verhindern. Mach deine Situation dem weltweiten Leib Christi (die Kirche) bekannt, dokumentiere die Vorfälle, such dir einen Anwalt und nimm alle dir zustehenden Rechte wahr.

Was kann ich tun, um auf Verfolgung vorbereitet zu sein?

Es gibt einige wichtige Dinge, die du bereits jetzt tun kannst, um dich auf Verfolgung vorzubereiten. Wenn du einige dieser Dinge jetzt nicht tust, könntest du es später bereuen, denn diese Gewohnheiten können dir in solchen Zeiten sehr helfen. Aber sie müssen mit der Zeit entwickelt werden und deshalb solltest du jetzt damit beginnen. Mach es dir also zur Gewohnheit:

  • Gottes Wort zu kennen
  • einen festen Glauben an Ihn zu haben, der zu einer Kommunikation mit Ihm führt
  • sich täglich dem Heiligen Geist zu unterwerfen
  • zu wissen, dass andere Gläubige für dich beten und auch für andere zu beten

Ist es in Ordnung, Christus im Verborgenen zu folgen, damit ich nicht verfolgt werde?

Manchmal kann die Nachfolge Christi im Verborgenen bedeuten, dass du dein Leben retten oder einer schweren Verfolgung entgehen kannst. Wenn du diese Entscheidung treffen musst, dann bist du in einer sehr schwierigen Lage. Wir können vieles darüber sagen, aber es ist wie immer am Besten zu sehen, was die Bibel zu sagen hat. Jesus selbst gibt uns die Antwort: „Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde ich mich auch vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer aber vor den Menschen nicht zu mir steht, zu dem werde ich auch vor meinem Vater im Himmel nicht stehen. Meint nur nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Nein, ich bringe Kampf!“ (Matthäus 10,32-34). Es ist zwar verständlich, wenn jemand seinen Glauben an Christus geheim hält, um sein Leben zu retten, aber für einen Christen ist ein geheimer Glaube aus biblischer Sicht einfach keine Option.

Deine nächste Frage könnte vielleicht lauten: Warum macht Gott es uns so schwer? Die Antwort ist auch hier einfach: Unsere Aufgabe auf der Erde besteht letztlich nicht darin unser Leben zu bewahren, sondern das Licht der Welt und das Salz der Erde zu sein, indem wir Anderen die lebensrettende Botschaft von Jesus Christus verkünden. Wie sollen Andere gerettet werden, wenn du und ich unseren Glauben nur im Geheimen praktizieren? Ja, manchmal riskieren wir dabei Verfolgung und manchmal riskieren wir unser eigenes Leben. Aber wir wissen, dass es Gottes Wille ist, dass wir seine Wahrheit mit anderen teilen und wir wissen auch, dass Er mächtig genug ist, uns zu beschützen, bis unser Auftrag auf der Erde erfüllt ist.

Ja, ein Leben für Christus in dieser Welt kann schwierig sein. Aber diese Welt ist nicht unser Zuhause. Die Prüfungen des Lebens sind die Werkzeuge, mit denen Gott uns aufbaut und uns Jesus ähnlicher macht. Was auch immer an Schwierigkeiten kommen mag, wir können uns einer Sache sicher sein: Er wird bei uns sein. Kurz vor seiner Himmelfahrt gab Jesus uns seinen letzten Auftrag, das Evangelium in der Welt zu verkünden. Damit gab Er uns auch sein letztes Versprechen. „Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist!“ (Matthäus 28,20). Und das ist am Ende alles, was zählt.

Beitrag teilen