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Die drei großen Feste im Christentum sind Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Aber es gibt auch einige kleinere Feiertage, von denen die wichtigsten Karfreitag und Himmelfahrt sind. Dieser Artikel gibt die biblische Grundlage für Christi Himmelfahrt, einen kurzen geschichtlichen Überblick und eine Erklärung, wie wir sicher sein können, was an Christi Himmelfahrt geschehen ist und warum wir es feiern.

Die Himmelfahrt in der Bibel

Nachdem Jesus aus dem Grab auferstanden war, erschien er 40 Tage lang den Aposteln, sowohl in Jerusalem als auch in Galiläa. Nach diesen 40 Tagen ging er mit seinen Aposteln an einen Ort außerhalb Jerusalems. In Lukas 24,50-51 lesen wir: „Jesus führte seine Jünger von Jerusalem nach Betanien. Er segnete sie mit erhobenen Händen. Noch während er sie segnete, entfernte er sich von ihnen und wurde zum Himmel emporgehoben.“ In der Apostelgeschichte berichtet Lukas das gleiche Ereignis mit anderen Worten: „Nachdem er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen in den Himmel emporgehoben. Eine Wolke verhüllte ihn, und sie sahen ihn nicht mehr. […] Da kehrten sie vom Ölberg nach Jerusalem zurück, das ungefähr einen Kilometer entfernt liegt.“ (Apostelgeschichte 1,9-12) Wie wir aus diesen Bibelversen ersehen können, bezieht sich das Wort ‚Himmelfahrt‘ auf den Aufstieg Jesu in den Himmel.

Bethanien oder Ölberg?

Es ist kein Widerspruch, dass Bethanien bei Lukas als Ort der Himmelfahrt erwähnt wird und der Ölberg in der Apostelgeschichte. Bethanien war ein kleines Dorf etwa drei Kilometer östlich von Jerusalem, an den Hängen des Ölbergs. Jesus hielt sich oft dort auf und traf sich mit Lazarus und seinen Schwestern Martha und Maria (siehe z.B. Johannes 12,1-3). Es kann als Jesu Heimat in Judäa betrachtet werden, weil er sich lieber dort aufhielt als in Jerusalem selbst (siehe z. B. Matthäus 21,17).

Himmelfahrt zwischen Prophezeiung und Wiederkunft

Der Ölberg war ein ausgewählter Ort für Jesu Himmelfahrt. Denn Sacharja prophezeite, dass der Herr am Tag des Herrn dort stehen wird: „An jenem Tag wird er auf dem Ölberg im Osten von Jerusalem stehen. Der Berg wird sich von Osten nach Westen spalten, so dass zwischen seiner Nordhälfte und seiner Südhälfte ein breites Tal entsteht.“ (Sacharja 14,4) Die Himmelfahrt Jesu, vom Ölberg aus, ist eine Verheißung, dass er am Jüngsten Tag auch dorthin zurückkehren wird, um die Erde zu richten. Dies wurde den Aposteln tatsächlich von zwei Engeln gesagt, als sie immer wieder in den Himmel starrten, nachdem Jesus aus ihrem Blickfeld verschwunden war: „Ihr Galiläer, … was steht ihr hier und starrt nach oben? Gott hat Jesus aus eurer Mitte zu sich in den Himmel genommen; aber eines Tages wird er genauso zurückkehren, wie ihr ihn gerade habt gehen sehen.“ (Apostelgeschichte 1,11)

Christi Himmelfahrt in der frühen Kirche

Das Gedenken an die Himmelfahrt Jesu wurde zu einem der Feste in der christlichen Kirche. Aufgrund des biblischen Berichts wird es 40 Tage nach Ostern gefeiert, was immer ein Donnerstag ist. Zehn Tage später, am zweiten Sonntag nach Christi Himmelfahrt, ist Pfingsten. Augustinus, der große Kirchenvater, schrieb um 400, dass die Kirche Christi Himmelfahrt schon seit der Zeit der Apostel feierte. Ob er damit richtig lag ist unklar. Ein Kirchenkonzil hundert Jahre früher scheint gesagt zu haben, dass Christi Himmelfahrt zusammen mit Pfingsten am 50. Tag nach der Auferstehung gefeiert werden sollte. Wie dem auch sei, es ist klar, dass Christi Himmelfahrt seit der Zeit des Augustinus eines der großen Feste der Kirche ist.

Christi Himmelfahrt heute

Auch heute noch ist Christi Himmelfahrt in den meisten Ländern Westeuropas und Skandinaviens sowie in Indonesien ein gesetzlicher Feiertag. In einigen Ländern, vor allem in den Niederlanden und in Indonesien, gibt es eine starke Tradition von Gottesdiensten am Himmelfahrtstag.

Gewissheit über Jesu Himmelfahrt

Woher wissen wir mit Sicherheit, dass Jesus in den Himmel aufgefahren ist? Wie wir gelesen haben, steht es bei Lukas und in der Apostelgeschichte berichtet. Aber diese Beschreibung steht nicht für sich allein. Sie wird in Gottes Wort prophetisch angedeutet. David schrieb:
„Gott, der Herr, sprach zu meinem Herrn:
‚Setze dich auf den Ehrenplatz an meiner rechten Seite,
bis ich dir alle deine Feinde unterworfen habe
und du deinen Fuß auf ihren Nacken setzt!‘“
(Psalm 110,1)
Wer ist dieser „Herr“, der zur Rechten Gottes sitzt? Jesus hat diese Frage beantwortet. Zuerst sagte er, dass dieser Vers von dem Christus (dem Messias, siehe Matthäus 22,42-45) handelt. Später, während seines Prozesses, sagte er den jüdischen Führern: Es geht um mich! „Ich versichere euch: Von jetzt an werdet ihr den Menschensohn an der rechten Seite des allmächtigen Gottes sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.“ (Matthäus 26,64).

Jesus’ Macht bewiesen

Eigentlich haben die jüdischen Führer Jesus nicht mit eigenen Augen im Himmel gesehen. Aber sie sahen, wie sich Jesu Macht zeigte. Sie sahen, wie der Heilige Geist auf die Jünger herabkam. Sie sahen Wunder, die im Namen Jesu vollbracht wurden. Sie sahen Menschen, die bereit waren, für ihren Glauben an Jesus zu sterben. Sie sahen, wie die Gemeinde Jesu im Römischen Reich und darüber hinaus wuchs. Daraus konnten sie schließen: Ja, Jesus hat so viel Macht, er ist zur Rechten Gottes.

Bei der Himmelfahrt geht es um Jesus

Jesus selbst sagte, dass die Einladung Gottes, „Setze dich auf den Ehrenplatz an meiner rechten Seite“, an ihn gerichtet war. Deshalb wurde sie im Neuen Testament zum meist zitierten Vers aus dem Alten Testament. Hier geht es um Jesus! Petrus sagt uns das Gleiche in seiner Pfingstpredigt. „Nicht David ist zum Himmel aufgefahren, und deshalb meint er auch nicht sich selbst, wenn er sagt: „Gott, der Herr, sprach zu meinem Herrn: Setze dich auf den Ehrenplatz an meiner rechten Seite““ (Apostelgeschichte 2,34). Diese Prophezeiung bezieht sich also nicht auf David selbst. Nein, es geht um Jesus, den wir mit eigenen Augen in den Himmel auffahren sahen.

Der Himmelfahrtstag ist ein Grund zum Feiern

Die Himmelfahrt Jesu Christi ist nicht einfach eine Geschichte. Sie ist tief in Gottes Wort verankert. Psalm 110 spricht von der Himmelfahrt. Jesus sagt uns, dass es um ihn geht. Wir können die Macht Jesu hier auf der Erde sehen. Und seine Jünger waren Augenzeugen des Ereignisses. Christi Himmelfahrt ist ein Grund zum Feiern: Wir haben einen Herrn im Himmel! Das ist eine wunderbare Wahrheit, die sowohl Verheißung als auch Trost enthält.

Wie spricht diese Bibellehre zu dir? Bitte teile deine Gedanken mit uns!

Lies auch: Können wir dem, was die Bibel über Jesus sagt, vertrauen?

Marten Visser

Marten Visser (1971) erlebte während seiner Kindergartenzeit eine Berufung des Herrn, Missionar zu sein. Er erhielt einen M.Div., einen Th.M. in Missiologie, einen M.A. in Kulturanthropologie und einen Doktortitel in Theologie. Im Jahr 2000 wurde er zusammen mit seiner Frau Esther Gemeindegründungsmissionar in Thailand bei der OMF. Im Jahr 2015 kehrte er in die Niederlande zurück, und gründete GlobalRize. Er ist weiterhin als Leiter der Evangelisation für GlobalRize tätig.

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