(Anmerkung: Die Zitate stammen aus der Elberfelder Bibel)
In den letzten Monaten des Jahres scheint jeder Adventskalender kaufen zu wollen. Natürlich müssen diese mit Schokolade, Spielzeug oder anderen kleinen Geschenken gefüllt sein. Hinter diesen Adventskalendern scheint eine christliche Tradition zu stehen. Aber was genau ist das? Hat es etwas mit Weihnachten zu tun?
Advent ist eine Zeit hoffnungsvoller Erwartung
Am 25. Dezember wird die Geburt Jesu Christi gefeiert1. Diesem Weihnachtsfest geht eine Zeit voraus, die wir Advent nennen. Das Wort „Advent” stammt vom lateinischen „Adventus” und bedeutet wörtlich „Ankunft/Kommen”. Die Adventszeit ist also eine Zeit der hoffnungsvollen Erwartung des Kommens Jesu. Je nach kirchlicher Tradition beginnt der Advent 4 oder 6 Wochen vor Weihnachten.
Erstes oder zweites Kommen
Der Advent ist eine Zeit der Vorbereitung auf die Feier der Geburt Jesu. Gleichzeitig ist es auch eine Zeit des Wartens auf seine Rückkehr bei der Wiederkunft. Denn Jesus wurde nicht nur Mensch, um die Menschheit selig zu machen; als er wieder in den Himmel auffuhr, versprach er auch, dass er wiederkommen werde, um die Menschheit zu richten und sein Königreich zu errichten. Siehe zum Beispiel Matthäus 24:30-31, „Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen in dem Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit Macht und großer Herrlichkeit. Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende“. Sowohl Jesu erstes Kommen zu Weihnachten als auch sein zweites Kommen, auf das wir noch warten, werden in der Adventszeit gefeiert.
Das Kommen Jesu in unseren Herzen
Es gibt noch ein drittes „Kommen” Jesu Christi, auf das Christen in der Adventszeit besonders achten. Das ist das Kommen Jesu in unseren Herzen. Denn nur wenn wir ihn in unseren Herzen wohnen lassen, können wir den Segen seines Rettungswerkes empfangen. Nur dann sind wir vor seinem Zorn sicher. Paulus betet darum in Epheser 3,14-19:
„Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater [unseres Herrn Jesus Christus], von dem jede Familie in den Himmeln und auf der Erde benannt wird, damit er euch gebe, nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen; dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, indem ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid, damit ihr völlig zu erfassen vermögt mit allen Heiligen, was die Breite und Länge und Tiefe und Höhe sei, und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus, damit ihr erfüllt sein mögt zu der ganzen Fülle Gottes.“
Advent ist das Zählen der Tage
Es gibt verschiedene Bräuche rund um den Advent, wie das Anzünden von Kerzen (jede Woche eine mehr, bis Weihnachten) oder tägliche Andachten, die die Tage bis Weihnachten zählen. Daher kommen auch die Adventskalender. Ursprünglich hatten diese ein Weihnachtsthema und kleine „Luken“ für jeden Tag der Adventszeit. Jede Luke enthält einen Bibelvers oder ein Gebet, und so begleitet dich ein Adventskalender durch diese Zeit und hilft dir, über das Kommen Jesu zu meditieren.
Kommerzielle Adventskalender
Auch heute gibt es noch solche Adventskalender, die dir helfen können, die Adventszeit bewusst zu feiern. Es gibt jedoch auch viele Adventskalender, die die christliche Botschaft völlig verloren haben. Sie bieten lediglich eine bunte Verpackung, gefüllt mit Schokolade, kleinen Spielzeugen oder Ähnlichem. Diese Kalender haben also nichts mehr mit Weihnachten zu tun, sondern sind lediglich kommerzielle Varianten einer reichen, jahrhundertealten Tradition.
Bibellesen in der Adventszeit
Möchtest du Advent auf christliche Art feiern? Dann kannst du dafür einen Adventskalender oder einfach einen Leseplan verwenden, der sich auf das Weihnachtsfest konzentriert. Probier zum Beispiel mal die Materialien aus, die das Bibel Projekt speziell für Advent entwickelt hat.
Wenn dir das zu viel ist, konzentriere dich einfach auf die Weihnachtsgeschichten in den Evangelien: Matthäus Kapitel 1-2, Lukas Kapitel 1-2 und Johannes 1.
Ich wünsche dir einen gesegneten Advent!
- Während die meisten Christen Heiligabend und Weihnachten am 24. und 25. Dezember feiern, begehen zahlreiche orthodoxe Kirchen Christi Geburt erst am 6. und 7. Januar. Der Grund dafür sind unterschiedliche Kalender. ↩︎

