Warum sündigen wir als Christen immer noch?

todavía

Da Adam und Eva heilig und gerecht waren, bevor sie sündigten, und Jesus nun unsere Beziehung zu Gott wiederhergestellt hat – warum leben wir dann immer noch nicht heilig und sündigen immer noch?

Wer auf Jesus Christus vertraut (ein Christ), ist in Gottes Augen bereits heilig und gerecht, und zwar aufgrund von Jesu Werk für uns am Kreuz! Wir warten jedoch noch auf die endgültige Erlösung unseres Körpers (Römer 8,23), dann werden wir vollendet und ein vollkommen gerechtes Leben führen.

Sündige Natur

Seitdem Adam und Eva gesündigt haben (Genesis 3), hat die gesamte Menschheit eine sündige Natur. Das heißt, jeder einzelne wurde von der Sünde Adams befleckt. Die Menschen sündigen ebenso wie schon Adam (Epheser 2,1-3) und werden als schuldig vor Gott geboren (Psalm 51,7). Deshalb gibt es keinen, der vor Gott gerecht oder heilig ist (Römer 3,10). Jeder einzelne ist unter Gottes Zorn (Römer 3,19-20) und erwartet das Gericht. Wenn jemand jedoch an Jesus Christus als seinen Herrn und Retter glaubt, wird er radikal verändert. In Römer 4 verwendet Paulus das Beispiel Abrahams, um eine wichtige Lehre zu veranschaulichen: Menschen werden als gerecht erachtet, nicht aufgrund ihrer Werke, sondern aufgrund ihres Glaubens an Gott, der Sündern vergibt (Römer 4,5).

Das bedeutet, dass derjenige, der Gott vertraut (der Gott beim Wort nimmt), gerecht gemacht wird. Doch wie kann jemand, der ungerecht ist, gerecht gemacht werden? Als Jesus am Kreuz starb, legte Gott all meine Sünde und Ungerechtigkeit auf Jesus. Als Jesus am Kreuz hing, stand Er unter dem Gericht Gottes für meine Sünde. Er stand unter Gottes Zorn wegen all meiner Ungerechtigkeit (1. Petrus 3,18). Aber noch mehr als das: Da Jesus ein völlig vollkommenes und gehorsames Leben vor Gott führte (Er ist der Einzige, der wirklich gerecht ist), kann Er mir Seine Gerechtigkeit verleihen (2. Korinther 5,21).

Das Ergebnis dieses „Tausches“ (Jesus hat unsere Ungerechtigkeit auf sich genommen und uns seine Gerechtigkeit gegeben) ist, dass wir jetzt auch wirklich gerecht vor Gott sind. Deshalb sagt auch Paulus in Römer 5,1: „Nachdem wir durch den Glauben von unserer Schuld freigesprochen sind…“ Unsere Rechtfertigung („Gerecht gemacht werden“) ist ein vergangenes Ereignis.

Leben in zwei Zeitaltern

Wenn der Christ also gerechtfertigt wurde, warum sündigt er dann weiter? Die Antwort ist, dass der Christ in zwei „Zeitaltern“ lebt. Diese beiden Zeitalter können als „das gegenwärtige Zeitalter“ oder „in Adam“ und „das zukünftige Zeitalter“ oder „in Christus“ bezeichnet werden. Diejenigen, die „in Adam“ sind, sind Sklaven der Sünde und des Todes. Diejenigen aber, die „in Christus“ sind, wurden befreit und haben teil am neuen Leben (siehe Römer 5,12-21).

Diese beiden Zeitalter überschneiden sich jedoch. Das heißt, der Christ ist immer noch Teil dieses gegenwärtigen Zeitalters, während er gleichzeitig zum kommenden Zeitalter gehört. Deshalb erfahren wir immer noch die Sünde und ihre Folgen in unserem Leben. Und deswegen kämpfen wir, obwohl wir gerechtfertigt wurden, immer noch mit der Sünde (so wie es auch Paulus beschreibt: Römer 6,11-14; Galater 5,16-18).

Teilhaber des kommenden Zeitalters

Doch wunderbarerweise wird dieses „gegenwärtige Zeitalter“ endgültig zerstört werden, wenn Christus wiederkommt. Christen werden dann ausschließlich dem „kommenden Zeitalter“ angehören, wo wir nicht mehr mit der Sünde zu kämpfen haben werden. Und wo es weder Tod noch Verderben geben wird (Offenbarung 11,15; 21,1-4). Bis zu diesem Tag seufzen wir jedoch und sehnen uns nach unserer endgültigen Erlösung. Wie Paulus in Römer 8,23 sagt: „Aber auch wir selbst, denen Gott bereits jetzt seinen Geist als Anfang des neuen Lebens gegeben hat, seufzen in unserem Innern. Denn wir warten voller Sehnsucht darauf, dass Gott uns als seine Kinder zu sich nimmt und auch unseren Körper von aller Vergänglichkeit befreit.“

Beitrag teilen