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Warum lässt Gott Leid zu?

Warum lässt Gott Leid zu?

Viele sind voller Fragen über das Leid, das wir in unserer Welt sehen. Wenn Gott allmächtig und voller Güte ist, warum lässt er dann Leid zu?

Viele sind voller Fragen über das Leid, das wir in unserer Welt sehen. Diese Frage wird oft gestellt: „Wenn Gott allmächtig und voller Güte ist, warum lässt er dann Leid zu?“ Für einige ist dies nicht nur ein abstraktes logisches Rätsel, sondern ein zutiefst persönlicher Schrei der Verzweiflung, der aus tiefem persönlichen Schmerz hervorgeht. Zu ihnen spricht das, was König David im Buch der Psalmen aus eigenem Erleben gedichtet hat: „Und ich bin ganz verstört. Wie lange dauert das noch, Jahwe (Gott)?“ (Psalm 6,3). Zum Glück hat unser himmlischer Vater, der unsere Bedürfnisse kennt, noch bevor wir darum bitten, die Weisheit und Ermutigung, die wir brauchen, von Anfang bis Ende durch die ganze Bibel gewebt.

Geschichte der Schöpfung

Die Bibel beginnt mit der Schöpfungsgeschichte (1. Mose 1-2). Hier sehen wir, dass Gott in der Tat allmächtig und voller Güte ist. Gott ist der ungeschaffene Schöpfer aller Dinge (1. Mose 1,1), der die Macht hat, das gesamte Universum aus dem Nichts ins Dasein zu bringen (Hebräer 11,3). Alles, was Gott gemacht hat, war „sehr gut“ (1. Mose 1,31), und seine ersten Worte an die Menschheit waren voller Segen, Großzügigkeit und Schutz (1. Mose 1,28-30; 1. Mose 2,16-17). So ist von Anfang an klar, dass Gott allmächtig und voller Güte ist. Und zu Beginn der Schöpfung gab es kein Leiden.

Die Bibel endet mit einem Blick auf die neue Schöpfung, wo es wiederum kein Leiden gibt. „Und vom Thron her hörte ich eine laute Stimme rufen: „Jetzt ist Gottes Wohnung bei den Menschen. Unter ihnen wird er wohnen und sie alle werden seine Völker sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein. Jede Träne wird er von ihren Augen wischen. Es wird keinen Tod mehr geben und auch keine Traurigkeit, keine Klage, keinen Schmerz. Was früher war, ist für immer vorbei.““ (Offenbarung 21,3-4).
Das Ende der Bibel zeigt also auch, dass Gott allmächtig und voller Güte ist; und in der neuen Schöpfung wird es auch kein Leiden geben.

Was ist falsch gelaufen?

„Warum dann“, fragen wir uns, „gibt es jetzt Leid? Was ist falsch gelaufen?“ Leider lautet die Antwort: Obwohl Gottes Schöpfung als Meisterwerk begann und als wiederhergestelltes, noch größeres Meisterwerk enden wird, ist die Schöpfung momentan durch die Sünde verdorben. Und die Folgen davon werden von uns allen, die wir heute leben, gesehen und gefühlt: Leiden.

Adam und Eva glaubten Satans Lügen, anstatt Gott zu vertrauen

1. Mose 3 berichtet uns, was schief gelaufen ist: Adam und Eva glaubten Satans Lügen, anstatt Gott zu vertrauen und dachten zuerst an sich selbst, anstatt Gott zu lieben und ihm zu gehorchen. Eine unvermeidliche Folge ihrer Sünde war Leid. Sobald sie Gott nicht mehr gehorchten, litten Adam und Eva unter Scham (1. Mose 3, 7) und Angst (1. Mose 3, 8-10). Und auch heute noch fügt uns unser Gewissen dieselben Leiden zu, wenn wir Gott nicht gehorchen (Römer 2, 14-15). Als Adam und Eva versuchten, die Schuld für ihre Sünde abzuschieben, erlebten sie als Nächstes den Schmerz zerbrochener Beziehungen (1. Mose 3, 12-13). Auch wir empfinden heute zum Beispiel den Schmerz, von anderen ungerecht behandelt zu werden (Psalm 27,12). Dies gilt besonders für diejenigen, die versuchen, ein treues Leben als Christ zu führen (2. Timotheus 3,12). Wie Abel entdeckte (1. Mose 4,1-10), wirst du von Gottes Feinden verfolgt, wenn du Gott liebst (1. Johannes 3, 12). Wir fragen: „Warum lässt Gott diese Folgen der Sünde zu?“ Die Bibel versichert uns: Gott hasst sowohl die Sünde als auch die Folgen der Sünde und lässt sie nicht für immer fortbestehen (Offenbarung 21,8). Wegen der großen Barmherzigkeit Gottes (Jona 4,2) kann er jedoch die Vernichtung um viele Jahre verzögern (1. Mose 15,16), um den Sündern mehr Zeit zur Umkehr zu geben (2. Petrus 3,9). Gott erlaubt auch, dass wir die Folgen der Sünde sehen und erfahren, damit wir selbst verstehen, wie abscheulich Sünde wirklich ist (Römer 7,13) und warum Gott Recht hat, die Sünde so sehr zu hassen (Psalm 11,5).

Der Fluch der Sünde

1. Mose 3 zeigt uns, dass Leid auch auf den Fluch der Sünde zurückzuführen ist. Gott spricht diesen dreiteiligen Fluch in 1. Mose 3 aus: Krieg mit Satan (1. Mose 3,14-15); Krieg in der Familie (1. Mose 3,16); und Krieg in der Welt (1. Mose 3,17-19). Der Fluch bringt zusätzliches Leiden in die Welt, wie satanische Unterdrückung (Hiob 2,3), Besessenheit von Dämonen (Matthäus 15,22; 17,15), geistige Blindheit (2. Korinther 4,4), Geburtsfehler (Johannes 9,2), Krankheiten (Lukas 4,38) und „Naturkatastrophen“ wie Hungersnöte (Apostelgeschichte 7,11). Eines der Dinge, die wir (und zweifellos auch Gott) am Fluch der Sünde oft so schrecklich finden, ist, dass das Leid völlig zufällig und unfair erscheinen kann. Wenn wir fragen: ,Warum erlaubt Gott dann den Fluch der Sünde?“, versichert die Bibel uns: Gott hasst auch diesen Fluch und lässt ihn nicht für immer weitergehen (Offenbarung 22,3). „Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden — nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat — auf Hoffnung hin“ (Römer 8,20). Bis der Fluch jedoch beseitigt ist, lehrt uns Jesus, im Fluch Gottes Notfallwarnsystem zu sehen: Unsere Welt steht unter Gottes Urteil und, wenn wir nicht umkehren, werden auch wir alle zugrunde gehen (Lukas 13,1-5).

Züchtigung unserer Sünden

Leid kann uns als direkte Folge unserer eigenen Sünden treffen. Vielleicht ist diese Art von Leiden für uns am einfachsten zu verstehen: Unser himmlischer Vater züchtigt uns für unsere Sünde (Hebräer 12,5-11). So wie kleine Kinder manchmal vorübergehend zu ihrem eigenen Wohl streng erzogen werden müssen (Sprüche 19,18), damit sie in Zukunft nicht noch weiter in Gefahr geraten (Sprüche 22,6), können viele Christen auf schmerzhafte Zeiten in ihrem Leben zurückblicken und wie Jesaja sagen: „Doch zum Heil wurde mir das bittere Leid! Du hast mich liebevoll umfangen und mein Leben vor der Grube des Verderbens bewahrt. Ja, alle meine Sünden warfst du weit hinter dich.“ (Jesaja 38,17)

Verurteilung durch die Sünde

Das tragischste aller Leiden ist jedoch die Verurteilung durch die Sünde: Die Strafe, vor der Jesus uns warnt, erwartet alle, die ohne Reue sind (Matthäus 25,46; Markus 9,43-44; vgl. Offenbarung 14,11). Wenn wir fragen, warum Gott diese Leiden zulässt, sagt uns die Bibel, dass Gott es nicht nur zulässt: Er befiehlt es aktiv (Matthäus 25,41), denn Gott ist heilig und gerecht (1. Johannes 1,5), und es wäre ungerecht für Gott, wenn er die Sünde für immer ungestraft lässt (Römer 3,25-26). Aber Gott sei gelobt! Die ganze Bibel spricht von Gottes herrlichem Handeln, dass nicht nur reuelose Sünder, sondern auch der unschuldige Christus göttliche Verurteilung erleiden würden. Jesus starb (Markus 9,12; Lukas 24,26;46; Apostelgeschichte 3,18; 2,22-23; 1. Petrus 1,11) für die Sünden seines Volkes (Jesaja 53,10-11; Hebräer 9,26; 1. Petrus 2,24)! Weil Jesus sein Leben für seine Freunde gegeben hat (Johannes 15,13), wird jeder, der an ihn glaubt, als heilig gelten (Hebräer 13,12) und von der endgültigen Verurteilung befreit (Johannes 5,24)! Halleluja — Gott sei Dank für sein unbeschreibliches Geschenk! Obwohl Satan es nicht verstehen kann (Markus 8,33), sehen wir in den Leiden Christi die Liebe Gottes (Galater 2,20).

Jesus litt für uns

Weil Jesus für uns gelitten hat (1. Petrus 2,24), haben wir sowohl eine Antwort auf die Frage des Leidens, als auch Kraft für den Weg des Leidens (Apostelgeschichte 14,22). Wenn wir unser Kreuz auf uns nehmen, um Jesus nachzufolgen (Markus 8,34), wissen wir, dass unsere Hoffnung uns nicht enttäuschen wird (Römer 5,3-5), denn unser Erretter hat selbst Leid ertragen müssen und leidet sogar mit uns (Apostelgeschichte 9,4). Wir können darauf vertrauen, dass unser guter Hirte uns sanft durch jede Prüfung führt, der wir gegenüberstehen (Hebräer 2,18; 4,15-16). Wenn wir die Leiden Christi in unserem Leben spüren, entdecken wir, dass sein Trost (2. Korinther 1,5-7) uns auch ermöglicht, uns selbst über unseren Schmerz zu freuen (Jakobus 1,2). Denn im Feuer des Leidens hält unser Erretter uns fest (Judas 24), stärkt unseren Glauben (1. Petrus 1,7) und beweist uns als echte Gläubige (2. Thessalonicher 1,4-5), denen er bis zum Ende treu bleiben wird (1. Petrus 5,10).

Jubel

Für den Christen gibt es also einen letzten Grund, warum Gott unser Leiden zulässt: Uns auf die Leiden Christi hinzuweisen. Ob unsere Leiden von der Folge der Sünde, dem Fluch der Sünde oder einer Züchtigung der Sünde herrühren, wir betrachten sie alle durch das Kreuz und freuen uns: „Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“ (Römer 8,1). In der Tat fallen „die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht […] gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ (Römer 8,18).„Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns ein unermessliches ewiges Gewicht an Herrlichkeit“ (2. Korinther 4,17).

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