“Ich habe eine Sünde begangen, und ich weiß, dass ich damit aufhören sollte. Aber ich will es trotzdem wieder tun. Was kann ich tun? Wie kann ich dieses Problem lösen?”
Wir müssen begreifen, dass Sünde nicht grundsätzlich eine private Angelegenheit ist, die nur mich betrifft, sondern dass Sünde in Gottes Augen verabscheuungswürdig ist, da Gott ein heiliger Gott ist, und dass Sünde auch Konsequenzen für uns und unsere Beziehungen haben wird.
Ungehorsam und rebellisch
Sünde ist in erster Linie Ungehorsam und Rebellion gegen Gott. Es ist sehr markant, dass David, nachdem er mit Batseba Ehebruch begangen und ihren Mann Urija ermordet hat (2. Samuel 11), in Psalm 51,6 sagt: “Gegen dich [Gott] habe ich gesündigt – gegen dich allein!” Wie kann David sagen, dass er nur gegen Gott gesündigt hat? Hat er nicht auch gegen Batseba gesündigt (indem er mit ihr Ehebruch beging und ihren Mann ermordete)?
Die Antwort lautet, dass die Sünde zwar horizontal ist (sie richtet sich gegen andere Menschen), aber zuerst und am schwerwiegendsten immer vertikal ist. Sünde ist Rebellion gegen Gott.
Warum ist die Sünde gegen Gott so schwerwiegend?
Warum also ist Sünde gegen Gott so schwerwiegend? Die Antwort ist, dass Gott heilig ist – Er ist rein, gerecht und kann keine Sünde tolerieren, nicht einmal die Gegenwart von Sünde. Wenn eine sündige Person in Gottes Gegenwart kommt, wird sie von Gott in seiner Heiligkeit verzehrt. So geschah es in 2. Samuel 6,6-7:
“Bei dem Dreschplatz, der einem Mann namens Nachon gehörte, brachen die Rinder plötzlich aus, und der Wagen drohte umzustürzen. Schnell streckte Usa seine Hand aus und hielt die Bundeslade fest. Da wurde der HERR sehr zornig über ihn, weil er es gewagt hatte, die Bundeslade zu berühren, und er ließ Usa auf der Stelle tot zu Boden fallen.”
Unser Problem mit der Sünde ist oft, dass wir die Sünde gar nicht als ernst ansehen. Aber sie ist ernst, sehr ernst, wie wir hier sehen können. Sünde ist so ernst, dass es bedeutet, dass wir Gott nicht kennen können, noch bei Ihm sein können; wir werden in der Gegenwart unseres heiligen Gottes wegen unserer Sünde zugrunde gehen. Ich schlage vor, dass du über diesen Abschnitt aus 2. Samuel 6 nachdenkst, und auch über Jesaja 6,1-7 (beachte besonders Jesajas Reaktion in Vers 5, nachdem er Gott gesehen hat).
Der Grund, warum Jesus sterben musste
Aus diesem Grund musste Jesus sterben. Wo Sünde ist, muss es den Tod geben, um für diese Sünde zu bezahlen (vgl. 1. Mose 2,17; Römer 6,23; 3. Mose 17,11); entweder den Tod der Person, die gesündigt hat, oder den eines Stellvertreters. (3. Mose 4; Jesaja 53) Jesus starb am Kreuz als unser Stellvertreter. (1. Petrus 2,24; 3,18) Für den Christen bedeutet der Tod Jesu, dass wir nicht mehr für unsere Sünden sterben müssen.
Als Jesus am Kreuz starb, trug Er Gottes Zorn und Gericht für jede deiner Sünden. Stell dir die Qualen vor, die Jesus hatte, als Er am Kreuz starb, als Ihn Gottes Zorn für deine und meine Sünden traf. (Matthäus 26,36-42; 27,45-46) Für jede Sünde, die wir begehen, hat Jesus bezahlt. Wollen wir also das Leiden Jesu noch verschlimmern, indem wir heute vorsätzlich sündigen? Auf keinen Fall.
Betrachte zum Schluss die erwähnten Stellen und sinne über sie nach. Bete, dass Gott dir hilft zu erkennen, wie ernst die Sünde ist, und dass du anfängst, sie zu hassen, wie Gott selbst sie hasst. Verlange danach, in der Heiligkeit zu wachsen, denn ohne ein geheiligtes Leben wird niemand den Herrn sehen. (Hebräer 12,14 NeÜ)

