Warum hat Jesus Wunder getan?

Als Jesus Christus etwa 30 Jahre alt war, begann Er mit seinem Dienst auf der Erde und predigte die frohe Botschaft über Gottes Königreich. Seine Predigten wurden von vielen Wundern begleitet.

Diese Wunder hatten nicht das Ziel, die Massen zu beeindrucken. Jesus hat seine Wunder niemals im Voraus angekündigt um Menschenmengen anzulocken. Er verbot geheilten Menschen oft sogar, anderen davon zu erzählen (siehe z.B. Markus 5,41-43). Warum also hat Jesus diese Wunder vollbracht?

Um zu zeigen, dass Er der Messias ist

Jesus war der Retter und Messias auf den das jüdische Volk wartete. Aber viele Schwindler haben diesen Titel für sich beansprucht. Darum haben die Menschen nicht auf Anhieb geglaubt, dass Jesus der Messias ist, besonders weil Jesus (noch) nicht die Erwartungen und Hoffnungen erfüllt hat, die das jüdische Volk an den Messias hatte. Jesus vollbrachte die Wunder, um seine Ansprüche zu untermauern und die Prophetien aus dem Alten Testament über den kommenden Messias zu erfüllen.

Lies beispielsweise Matthäus 8,16-17:
„Am Abend brachte man viele von Dämonen beherrschte Menschen zu Jesus. Er brauchte nur ein Wort zu sagen und die Besessenen wurden frei und alle Kranken geheilt. So sollte sich erfüllen, was Gott durch den Propheten Jesaja vorhergesagt hatte: ‚Er nahm unsere Leiden auf sich und trug unsere Krankheiten.‘“

Ein weiteres Beispiel findet sich in Matthäus 11,2-6:
„Johannes der Täufer saß zu der Zeit im Gefängnis und erfuhr dort von den Taten, die Jesus Christus vollbrachte. Er schickte seine Jünger zu Jesus und ließ ihn fragen: ‚Bist du wirklich der Retter, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?‘ Jesus antwortete ihnen: ‚Geht zu Johannes zurück und erzählt ihm, was ihr hört und seht: Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden wieder lebendig, und den Armen wird die rettende Botschaft verkündet. Und sagt ihm: Glücklich schätzen kann sich jeder, der nicht an mir Anstoß nimmt.‘‘‘ Um Johannes’ Zweifel zu nehmen, beschrieb Jesus die Wunder, die Er tat. Diese Wunder erfüllten Jesajas messianische Prophetien (Jesaja 29,18; 35,5) und dienten daher als Beweis, dass Jesus tatsächlich der Messias war. Viele Menschen waren von seinen Wundern überzeugt: „Viele seiner Zuhörer im Tempel aber begannen, an Jesus zu glauben, und sagten: ‚Der Christus kann wohl kaum mehr Wunder vollbringen als dieser Mann hier!‘“ (Johannes 7,31).

Um zu zeigen, dass Er Gottes Sohn ist

Jesus war Mensch. Aber Er war auch Gott. Das war von außen nicht sichtbar. Die Ansprüche Jesu, Gottes Sohn zu sein, waren in den Augen der religiösen Anführer Gotteslästerung. Sogar seine eigenen Brüder dachten, Er wäre völlig verrückt (Markus 3,21). Jesu Wunder waren der Beweis, dass Er wirklich übernatürliche Kräfte hat und dass Er tatsächlich Gott ist.

Zwei Wunder, die das veranschaulichen, stehen in Verbindung mit einem stürmischen Meer. Bei einer Begebenheit hat Jesus während eines Sturms in einem Boot geschlafen. Als Er aufgewacht ist, befahl Er dem See ruhig zu sein und der Wind ließ nach. Die Jünger waren mit großer Angst erfüllt und sagten zueinander: „Was ist das für ein Mensch? Selbst Wind und Wellen gehorchen ihm!“ (Markus 4,39-41). Sie kannten zweifellos verschiedene Bibelverse, die sich unmissverständlich auf Gott beziehen:

  • „Stärker als das Donnern gewaltiger Wasser, größer als die Wogen des Meeres ist der Herr in der Höhe!“ (Psalmen 93,4)
  • „Er allein hat den Himmel ausgebreitet, ist über die Wogen der Meere geschritten.“ (Hiob 9,8)
  • „HERR, du allmächtiger Gott, niemand ist so stark wie du! Was du auch tust: Auf dich ist Verlass! Du hast Gewalt über die tosenden Meere, und wenn sich die Wellen auftürmen, bändigst du sie!“ (Psalmen 89,9-10)

Wenn diese Verse sich auch auf Jesus beziehen, dann ist die einzig mögliche Schlussfolgerung, dass Er Gott ist. In einer weiteren Begebenheit lief Jesus auf dem Wasser, um sich seinen Jüngern in ihrem Boot inmitten eines Sturms anzuschließen. Als Er in das Boot stieg, ließ der Wind nach. Dieses Mal haben die Jünger Ihn angebetet und sagten: „Du bist wirklich der Sohn Gottes!“ (Matthäus 14,32-33).

Die Evangelien berichten von vielen weiteren übernatürlichen Zeichen Jesu. Er hat tausende Menschen mit nur fünf Broten und zwei Fischen gesättigt; Er trieb Dämonen aus; Er heilte blinde, taube und lahme Menschen; Er erweckte sogar einige Menschen von den Toten. Das alles hat die Menschen sehr nachdenklich gemacht, wie wir lesen können in Matthäus 9,4-8, Markus 6,2 und Johannes 9,16. Jesus selbst sagte: „Glaubt mir doch, dass der Vater und ich eins sind. Und wenn ihr schon meinen Worten nicht glaubt, dann lasst euch doch wenigstens von meinen Taten überzeugen!“ (Johannes 14,11).

Um zu zeigen, wie Gottes Königreich aussieht

Neben dem Beweis von Jesu Identität als Messias und Sohn Gottes, geben uns seine Wunder auch einen Blick auf die neue Erde, die Gott erschaffen wird. Timothy Keller erklärt das sehr schön in seinem Buch „Warum Gott?“: [1]
„Wir modernen Menschen sehen Wunder als Aufhebung der natürlichen Ordnung, aber Jesus wollte die natürliche Ordnung wiederherstellen. Die Bibel sagt uns, dass Gott die Erde nicht ursprünglich mit Krankheiten, Hunger und Tod geschaffen hat. Jesus ist gekommen, um sie zu erlösen und die Welt dort zu heilen, wo sie zerbrochen ist. Seine Wunder sind nicht nur Beweise, dass Er Macht hat, sondern auch ein wunderbarer Vorgeschmack darauf, was Er mit dieser Macht tun wird. Die Wunder von Jesus sind nicht nur eine Herausforderung für unseren Verstand, sondern ein Versprechen für unsere Herzen, dass die Welt, die wir uns alle wünschen, kommen wird.“

[1] Eigene Übersetzung aus dem Englischen von: Timothy Keller, “The Reason for God: Belief in an Age of Skepticism” (New York: Dutton, 2008), Seite 96


Wir bedanken uns bei GospelImages für das schöne Bild

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