Warum hat Gott zugelassen, dass Jesus gekreuzigt wurde?

Eine zentrale Lehre des christlichen Glaubens ist, dass Jesus Christus gekreuzigt worden ist. Obwohl sein Tod gewaltsam war, ist er nicht davor zurückgeschreckt. Die Bibel sagt:
„Er erniedrigte sich selbst noch tiefer
und war Gott gehorsam bis zum Tod,
ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz“
(Philipper 2,8).
Jesus selbst war also bereit, diese grausame und beschämende Todesstrafe als Teil seiner Mission auf sich zu nehmen. Er beschloss, Gott bis zum Tod gehorsam zu sein. Damit stellt sich die Frage, warum er gekreuzigt werden musste.

Jesus gehorchte Gott

Lass mich ein paar Bibelverse zitieren, in denen Jesus seinen Wunsch ausdrückt, Gott, seinem himmlischen Vater, zu gehorchen.

  • Bei einer Gelegenheit heilte Jesus einen Mann am Sabbat, was die Juden als Sünde ansahen. Hierauf nannte Jesus Gott seinen eigenen Vater und stellte sich damit Gott gleich und fügte hinzu: „Denn mir geht es nicht darum, meinen eigenen Willen zu tun, sondern ich erfülle den Willen Gottes, der mich gesandt hat.“ (Johannes 5,30). Dies bezieht sich eindeutig auf Gott den Vater.
  • Ein Kapitel später sagt Jesus dasselbe: „Denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um zu tun, was ich will, sondern um den Willen des Vaters zu erfüllen, der mich gesandt hat.“ (Johannes 6,38)
  • Kurz bevor er verhaftet und gekreuzigt wurde, war Jesus sehr betrübt, weil er wusste, was geschehen würde. Er betete: „Mein Vater, wenn es möglich ist, dann lass den Kelch an mir vorübergehen und erspare mir dieses Leiden! Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.“ Und wenig später: „Mein Vater, wenn mir dieser bittere Kelch nicht erspart bleiben kann, bin ich bereit, deinen Willen zu erfüllen!“ (Matthäus 26,39; 26,42)

Es gibt noch mehr Bibelverse wie diese. Jesus war offensichtlich fest entschlossen, den Willen seines Vaters zu erfüllen, und dieser Vater war Gott selbst. Außerdem wusste Jesus genau, was der Wille des Vaters für ihn war. Lies zum Beispiel in Markus 8,31: „Dann erklärte Jesus seinen Jüngern zum ersten Mal, was ihm bevorstand: ,Der Menschensohn [=Jesus selbst] muss viel leiden. Er wird von den führenden Männern des Volkes, den obersten Priestern und den Schriftgelehrten verurteilt und getötet werden. Aber nach drei Tagen wird er von den Toten auferstehen.‘“

Gott der Vater liebt seinen Sohn Jesus

Ist Gott angesichts der Tatsache, dass der Tod Jesu nach dem Willen des Vaters geschah und er ihn nicht verhindert hat, ein grausamer und liebloser Vater? Nein, das ist er nicht. Mehrere Bibelverse beschreiben seine Liebe zu seinem Sohn:

  • Als Jesus sein öffentliches Wirken auf der Erde begann, ließ er sich taufen. Dann sagte eine Stimme vom Himmel: „Dies ist mein geliebter Sohn, über den ich mich von Herzen freue.“ (Matthäus 3,17)
  • Später, als Jesus mit drei seiner Jünger auf einem Berg war, wurden sie von einer hellen Wolke überschattet, und eine Stimme aus der Wolke sagte: „Dies ist mein geliebter Sohn, über den ich mich von Herzen freue. Auf ihn sollt ihr hören.“ (Matthäus 17,5, vergleiche 2. Petrus 1,16-18).
  • In Johannes 5,20 bezeugt Jesus: „Denn weil der Vater den Sohn liebt, zeigt er ihm alles, was er selbst tut.“

Gott, der Vater, hat also nicht aus Gleichgültigkeit oder gar Hass zugelassen, dass Jesus gekreuzigt wurde. Vielmehr geschah es aus … Liebe!

Gott der Vater gab seinen einzigen Sohn aus Liebe zu uns Menschen

Jesus hat viel über das Ziel seines irdischen Lebens und Sterbens gesprochen. Lass mich einige weitere Verse zitieren:

  • Johannes 3,14-17 — „Du weißt doch, wie Mose in der Wüste eine Schlange aus Bronze an einer Stange aufrichtete, damit jeder, der sie ansah, am Leben blieb. Genauso muss auch der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, durch ihn das ewige Leben hat. Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben. Gott hat nämlich seinen Sohn nicht zu den Menschen gesandt, um über sie Gericht zu halten, sondern um sie zu retten.“
  • Johannes 6,40 — „Denn nach dem Willen meines Vaters hat jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben.“

Der Punkt ist klar: Gott, der Vater, hat Jesus auf die Erde gesandt und seinen grausamen Tod veranlasst, weil dies der einzige Weg war, um die Sünde zu überwinden und die Menschen in den Genuss des ewigen Lebens zu bringen.

Warum war der Tod Jesu notwendig?

Gott ist heilig und kann Sünde nicht ansehen. Doch durch den sündlosen Tod von Jesus wurde für unsere Sünde bezahlt. Sein Tod war ein Opfer für unsere Sünden. Er musste an unserer Stelle sterben, um Sühne und Versöhnung mit Gott zu ermöglichen. In Hebräer 9,22 heißt es: „Denn ohne Blut ist eine Vergebung der Schuld nicht möglich.“ Ein paar Verse später lesen wir über Jesus. „Aber er ist jetzt, am Ende der Zeit, erschienen, um ein für alle Mal durch seinen Opfertod die Sünden zu tilgen.“ (Hebräer 9,26). Er war der Einzige, der dies tun konnte, denn er war selbst ohne Sünde und konnte so stellvertretend für andere den Preis für die Sünde bezahlen. Wenn Jesus Christus nicht gekreuzigt worden wäre, gäbe es für uns Menschen keine Möglichkeit, wieder mit Gott ins Reine zu kommen, und wir würden alle zugrunde gehen.

Nachdem Jesus seinen Auftrag erfüllt hatte, wurde er von Gott, dem Vater, verherrlicht

In der Einleitung zu diesem Artikel habe ich den Vers aus Philipper 2 zitiert, dass Jesus gehorsam war bis zum Tod am Kreuz. Dieser Abschnitt geht jedoch weiter: „Darum hat ihn Gott erhöht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht. Vor Jesus müssen einmal alle auf die Knie fallen: alle im Himmel, auf der Erde und im Totenreich. Und jeder ohne Ausnahme wird zur Ehre Gottes, des Vaters, bekennen: Jesus Christus ist der Herr!“ (Philipper 2,9-11)
Diese und andere Verse zeigen, dass Gottes Plan viel weiter ging als die Kreuzigung Jesu. Er hat ihn von den Toten auferweckt und ihm die herrliche Stellung im Himmel wiedergegeben, die er hatte, bevor er auf die Erde kam, genau so, wie Jesus ihn zuvor gebeten hatte, als er betete: „Und nun, Vater, wenn ich wieder bei dir bin, dann schenk mir die Herrlichkeit, die ich bereits vor Erschaffung der Welt bei dir hatte.“ (Johannes 17,5)

Fazit

Es ist also aus kostspieliger Liebe, Liebe zu uns Menschen, dass Gott beschlossen hat, dass sein lieber Sohn dies durchmachen sollte. Kannst du dir vorstellen, was es ihn gekostet haben muss, seinen eigenen Sohn so leiden zu sehen, ja, dass ihre Verbundenheit getrennt wurde, weil Jesus für uns die Sünde auf sich nahm? Wie groß muss seine Liebe zu den Menschen sein, dass er all das um unseretwillen ertragen hat!

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