Spricht Gott nur durch die Bibel zu uns Menschen?

Gott hat auf viele verschiedene Arten gesprochen

In der Bibel lesen wir von Gott, der auf vielfältige Weise zu den Menschen spricht. Er sprach mit einer hörbaren Stimme (2. Mose 6,2; 1. Samuel 3,10), durch eine übernatürliche Vision oder einen Traum (Daniel 2,19; Matthäus 2,13), durch ein blendendes Licht oder einen Donner (2. Mose 19,19; Apostelgeschichte 9,3-5) und so weiter.
Manchmal sagten diese Worte Gottes den Menschen direkt und persönlich, was sie tun sollten (z. B. Apostelgeschichte 9,10-12), manchmal offenbarten sie Gottes Willen für das Volk als Ganzes (z. B. 2. Mose 19,3-5) oder prophezeiten, was in der Zukunft geschehen würde (z. B. 2. Könige 22,16). Gott hat also zu vielen Menschen, zu vielen Zeiten und auf viele Arten gesprochen.

Gott hat sich für uns ein für alle Mal offenbart in Jesus Christus

Im Laufe der Jahrhunderte offenbarte sich Gott mehr und mehr. Da die Menschen Gottes Offenbarung in mündlicher und schriftlicher Form weitergaben, erhielten die nachfolgenden Generationen eine wachsende „Informationsquelle“ über ihn. Gott sprach vor allem durch die Propheten zu ihnen, und wir haben viele dieser prophetischen Botschaften in der Bibel niedergeschrieben bekommen, zusammen mit vielen Geschichten über Gottes Umgang mit den Menschen.

Schließlich offenbarte sich Gott in seinem Sohn (Hebräer 1,1-3; Johannes 1,18). Jesus Christus hat uns den Willen Gottes kundgetan und damit der Notwendigkeit von Propheten ein Ende gesetzt. Gottes Offenbarung hat sich in Jesus erfüllt und deshalb endet die Bibel mit dem Tod des letzten Apostels (= des letzten Augenzeugen von Jesu Wirken auf der Erde). Die Bibel ist jetzt vollständig, Gott wird ihr keine neuen Informationen hinzufügen, und wir sollten das auch nicht tun, siehe Offenbarung 22,18-19.

Als heutige Christen „hören“ wir mehr von Gott als irgendjemand vor uns, denn wir haben die Gesamtheit von Gottes Offenbarung in der Bibel. Wir haben sozusagen „das ganze Bild“, während Adam, Abraham und David nur Teile davon hatten. Jesus sagte zu seinen Jüngern:

„Ihr könnt euch glücklich schätzen, denn eure Augen können sehen und eure Ohren hören. Ich versichere euch: Viele Propheten und Menschen, die nach Gottes Willen lebten, hätten gern gesehen, was ihr seht, und gehört, was ihr hört. Aber die Zeit war noch nicht da.“ (Matthäus 13,16-17).

Und wir wissen sogar noch mehr, als die Jünger zu jener Zeit wussten!

Gott spricht immer noch zu uns durch die Bibel

Die Bibel ist nicht nur eine Aufzeichnung dessen, was Gott in der Vergangenheit gesagt hat. „Gottes Wort ist voller Leben und Kraft“ (Hebräer 4,12, siehe auch Jesaja 55,11 und 1. Thessalonicher 2,13). Jedes Mal, wenn wir die Bibel lesen, spricht Gott hier und jetzt zu uns. Sein Wort hilft uns, unsere Schuld einzusehen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen und so zu leben, wie es Gott gefällt (2. Timotheus 3,16-17).
Die Bibel zeigt uns, wer Gott ist und verwandelt uns, indem sie unseren Geist erneuert. Auf diese Weise können wir erkennen, was Gottes guter und vollkommener Wille ist, ohne dass Gott ausdrücklich und hörbar zu uns spricht (Römer 12,2). Der Heilige Geist öffnet unsere Herzen, damit wir immer mehr von der Wahrheit verstehen, die im geoffenbarten Wort Gottes enthalten ist (Johannes 16,13-14). Wir brauchen keine weitere Offenbarung.

Gott kann noch auf andere Weise zu uns sprechen

Gott kann immer noch „auf vielfältige Weise“ zu den Menschen sprechen. Es gibt viele Zeugnisse von Menschen, die Träume empfangen haben, in denen Gott sich ihnen offenbart hat, manche Menschen erleben Gottes besondere Führung, wenn sie wichtige Entscheidungen treffen müssen, oder sie nehmen Gottes „Stimme“ durch den Rat von Glaubensgeschwistern, durch Gedanken, die ihnen in den Kopf kommen oder durch die Kombination bestimmter Umstände wahr. Und die Bibel selbst sagt uns:

„Der Himmel verkündet Gottes Hoheit und Macht,
das Firmament bezeugt seine großen Schöpfungstaten.
Ein Tag erzählt dem nächsten davon,
und eine Nacht sagt es der anderen weiter.
Dies alles geschieht ohne Worte,
ohne einen vernehmlichen Laut.
Doch auf der ganzen Erde hört man diese Botschaft,
sie erreicht noch die fernsten Länder“
(Psalm 19,2-5).

Auch die Natur „spricht“ also über ihren Schöpfer!

Alle anderen „Offenbarungen“ sollten anhand der Bibel überprüft werden

Wann immer wir meinen, Gottes Stimme außerhalb der Bibel zu hören, sollten wir sie an seinem unfehlbaren und maßgeblichen Wort prüfen. Das ist wichtig für einzelne Gläubige, aber auch für Gemeinschaften und Kirchen. Wie es in 1. Johannes 4,1 heißt:
„Glaubt nicht jedem, der behauptet, dass Gottes Geist durch ihn redet. Prüft vielmehr genau, ob das, was er sagt, wirklich von Gottes Geist stammt.“
Wenn Christen heute im Namen Gottes sprechen, sollte ihre Lehre mit dem übereinstimmen was Gott bereits in der Bibel offenbart hat. Im Laufe der Jahrhunderte haben immer wieder Menschen behauptet für Gott zu sprechen. Aber wenn ihre Worte nicht mit der Heiligen Schrift übereinstimmen, insbesondere wenn sie Jesus nicht als Gott und Erlöser verkünden, dann wissen wir, dass sie nicht von Gott sind (2. Mose 18,20; Galater 1,8-9; 1. Timotheus 6,3-5). Jede Botschaft außerhalb der Bibel ist fehlbar. Alles, was in der Bibel steht, ist felsenfest und vertrauenswürdig.

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