Ist die Bibel wahr?

Da das Christentum weitgehend auf der Bibel beruht, ist es grundsätzlich wichtig zu wissen, ob die Bibel wahr ist.

Damit die Frage beantwortet werden kann, müssen wir deutlich machen, was genau wir damit meinen. Es gibt tatsächlich einige Aspekte, über die wir hier diskutieren müssen.

Ist die Bibel in sich selbst beständig?

Die Bücher der Bibel wurden von vielen Autoren über mehrere Jahrhunderte geschrieben. Dennoch bilden sie eine Einheit. Dabei wird eine Weiterentwicklung von theologischen Grundlagen deutlich, die auf der fortwährenden Offenbarung Gottes beruhen. So bringt beispielsweise das Neue Testament viel mehr Details über den Sühnetod von Jesus zum Vorschein als das Alte Testament. Die späteren Schriften widersprechen den früheren also nicht, sondern geben uns lediglich weitere Details und zeichnen die historische Entwicklung von Gottes Heilsplan auf. Die Bücher des Neuen Testaments zitieren und erklären oft Verse aus dem Alten Testament, und das Alte Testament sagt spätere Ereignisse voraus. Die ganze Bibel präsentiert eine beständige und in sich schlüssige Botschaft.

Die Bibel ermutigt uns, selbst herauszufinden, ob die Botschaft der Evangelien mit den früheren Schriften aus dem Alten Testament übereinstimmt. Die Apostelgeschichte erzählt uns, wie Juden in Beröa die Predigten von Paulus hörten und „eher bereit waren, Gottes Botschaft anzunehmen, als die in Thessalonich. Sie hörten sich aufmerksam an, was Paulus und Silas lehrten, und forschten täglich nach, ob dies mit der Heiligen Schrift übereinstimmte.“ (Apostelgeschichte 17,11). Diese wissbegierige Einstellung wird als „edel“ gelobt!

Erfüllt die Bibel ihren eigenen Anspruch an Wahrheit und Zuverlässigkeit?

5. Mose 18,22 beschäftigt sich mit der Frage, wie wir wissen können, ob eine bestimmte, durch einen Propheten verkündete Botschaft von Gott kommt oder nicht. Da die Bibel sehr viele Prophetien enthält, ist diese Frage auch in Hinblick auf die Zuverlässigkeit der gesamten Bibel relevant. Gott gibt uns eine sehr eindeutige Beschreibung von Prophetie: „Nun, wenn ein Prophet im Namen des HERRN etwas ankündigt und es trifft nicht ein, dann waren seine Worte nicht vom HERRN.“ Also sollten wir uns Vorhersagen über zukünftige Ereignisse anschauen und prüfen, ob diese eingetroffen sind! Insbesondere das Alte Testament ist voll von Versprechen und Warnungen über zukünftige Ereignisse. Manche davon sind sehr allgemein, andere wiederum geben sehr viele Details preis. Die meisten der Vorhersagen sind auch eingetroffen. Lass uns ein paar davon auflisten:

  • Um das Jahr 700 v.Chr. kündete der Prophet Micha an, dass in der kleinen Stadt Betlehem ein Herrscher geboren werden würde, der das Volk Israel führen würde (Micha 5,2-4). Matthäus 2,1 sagt uns, dass Jesus Christus dort geboren wurde. Er ist der gute Hirte, sowohl für Israel als auch für alle anderen Nationen (Johannes 10,14-16).
  • Als die Israeliten um das Jahr 1400 v.Chr. dabei waren, das Land Kanaan einzunehmen, wurden sie davor gewarnt, dass sie ins Exil geschickt werden würden, falls sie sich von Gott abwenden. (5. Mose 4,25-26; 26,63-64; 31,19-21). Um das Jahr 600 v.Chr. wurden sie tatsächlich nach Babylon verschleppt (2. Könige 25,21). Doch Gott versprach auch, sie zurückzubringen (5. Mose 30,1-5). Der Prophet Jeremia sagte sehr konkret, dass das Exil 70 Jahre andauern würde. Und Gott hielt sein Wort, siehe 2. Chronik 36,22-23.
  • Der Prophet Jesaja (+/- 700 v.Chr.) sagte, dass der Diener des Herrn hoch erhöht (Jesaja 52,13), aber auch verachtet und abgelehnt werden würde (Jesaja 53,3). All das wurde durch Jesus Christus wahr, dem ewigen Sohn Gottes. Er war bereit zu leiden und zu sterben, um die Menschen von Sünde und Tod zu retten. Nachdem Er diesen Auftrag erfüllte, „hat Gott ihn erhöht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht.“ (Römer 4,25; Philipper 2,5-9).

Es gibt viele weitere Beispiele von erfüllten Prophetien. Sie alle aufzuführen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Decken sich die Aufzeichnungen der Bibel mit anderen historischen Quellen?

Die meisten Teile der Bibel beschäftigen sich mit tatsächlichen Ereignissen der Geschichte Israels und dessen Nachbarländern. Gibt es also archäologische Beweise für die Wahrheit dieser Ereignisse? Ja, gibt es. Zum Beispiel:

  • Die Tel Dan Stela, eine Inschrift aus dem neunten Jahrhundert v.Chr., liefert historische Beweise über König David, einem der bekanntesten Könige Israels.
  • Die Bibel nennt Volksgruppen wie die Hethiter (1. Mose 23,3; 1. Könige 10:29). Moderne Wissenschaftler dachten zunächst, sie hätten nie existiert, da sie in keinen anderen frühzeitlichen Quellen erwähnt werden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden jedoch neue archäologische Beweise gefunden, und im Jahr 1906 wurde sogar die Hauptstadt entdeckt, sowie das königliche Archiv mit 10.000 Steintafeln. Für weitere Informationen siehe: wikipedia.org/wiki/Hethiter
  • Die Geschichtlichkeit der Kreuzigung Jesu ist nicht nur durch spätere Briefe in der Bibel und Zeugenaussagen belegt, sondern auch durch außerbiblische Aufzeichnungen wie Flavius Josephus´ Altertümer der Juden und auch die historischen Berichte des römischen Historikers Tacitus.

Die Antwort ist also: ja, es gibt außerbiblische Beweise für die Zuverlässigkeit der biblischen Aufzeichnungen.

Ist die Bibel eine zuverlässige Aufzeichnung der ursprünglichen Worte von Jesus?

Neben den historischen Ereignissen beschreiben die Evangelien auch die Lehren Jesu. Es ist wichtig zu wissen, ob diese wahr sind oder nicht, da die christliche Theologie stark auf den Worten von Jesus und seinem Dienst basiert. Die Evangelien wurden ein paar Jahrzehnte nach diesen Ereignissen geschrieben, entweder gestützt durch die Berichte von Augenzeugen oder von den Augenzeugen selbst geschrieben. Es sind wahre Aufzeichnungen über das irdische Leben von Jesus.

Darüber hinaus existieren tausende Manuskripte von sowohl den alttestamentlichen als auch neutestamentlichen Schriften, die zeigen, wie genau diese Bücher über die Jahrhunderte hinweg überliefert und übersetzt wurden. Kritische Ansichten, dass diese geändert und von Generationen Gläubiger manipuliert wurden, werden durch diese historischen Beweise entkräftet.

Erfüllt die Bibel ihre eigenen Ansprüche?

Die Bibel erhebt den Anspruch, mehr als nur ein historischer Bericht zu sein. Der Apostel Paulus bezeichnet sie als Heilige Schrift, die dir den Weg zur Rettung, den Glauben an Jesus Christus zeigt (2. Timotheus 3,15). Die Bibel beansprucht also Wissen, Weisheit und Einsicht zu vermitteln, damit Menschen von der Wahrheit über Jesus Christus überzeugt werden. Darüber hinaus, da die Bibel „von Gott eingegeben“ wurde, „soll sie uns unterweisen; sie hilft uns, unsere Schuld einzusehen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen und so zu leben, wie es Gott gefällt. So werden wir reife Christen und als Diener Gottes fähig, in jeder Beziehung Gutes zu tun.“ (2. Timotheus 3,16-17).

Die Apostelgeschichte beschreibt, wie die Frohe Botschaft diese Wirkung hervorruft: „Als die Nichtjuden das hörten, freuten sie sich sehr und lobten Gott für seine Botschaft. Und alle, die zum ewigen Leben bestimmt waren, begannen zu glauben. So breitete sich die Botschaft Gottes in der ganzen Umgebung aus.“ (Apostelgeschichte 13,48-49). Seither haben Millionen von Menschen die lebensverändernde Kraft der Frohen Botschaft erlebt, so wie sie durch die Bibel zu ihnen kommt.

Ist die Bibel also wahr?

Es gibt viele Beweise, die zeigen, dass die Bibel zuverlässig und vertrauenswürdig ist. Aber letztendlich können die Menschen nicht durch bloße historische Tatsachen oder Textdarlegung überzeugt werden. Wir müssen die Wahrheit der Bibel für uns selbst erleben. Ich möchte dich ermutigen, den ursprünglichen Autor der Bibel, den allmächtigen und heiligen Gott, zu bitten, dich von der Wahrheit seines Wortes zu überzeugen.
„HERR, zeige mir, welchen Weg ich einschlagen soll, und lass mich erkennen, was du von mir willst! Lehre mich Schritt für Schritt, nach deiner Wahrheit zu leben. Du bist der Gott, bei dem ich Rettung finde, zu jeder Zeit setze ich meine Hoffnung auf dich.“ (Psalm 25,4-5)

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