Hat Gott den Tod von Jesus orchestriert?

Der Tod Jesu Christi war das schrecklichste Ereignis der Menschheitsgeschichte und gleichzeitig der Höhepunkt von Gottes Heilsplan. Die Kreuzigung des Sohnes Gottes war sowohl die größte Sünde als auch der einzige Weg zur Erlösung. War das alles ein Drama, das Gott der Vater nicht verhindern konnte, oder wollte Er tatsächlich, dass sein Sohn gekreuzigt wird?

Jesus wusste, was geschehen würde

Bei verschiedenen Gelegenheiten erklärte Jesus seinen Jüngern, dass Er sterben müsse. (z. B. in Matthäus 17,22-23; 20,18-19) Das widersprach ihren Hoffnungen und Erwartungen so sehr, dass sie nicht wirklich verstanden, was Jesus sagte. Aber eigentlich waren seine Worte ziemlich klar: “Ihr wisst, dass übermorgen das Passahfest beginnt. Dann wird der Menschensohn an die Menschen ausgeliefert und ans Kreuz genagelt werden.” (Matthäus 26,2)

Jesus würde von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten zum Tode verurteilt, und dann von den Heiden verspottet, ausgepeitscht und gekreuzigt werden. (Matthäus 20,18-19) Er wusste auch, dass einer seiner Jünger, Judas, Ihn verraten würde: “Ich versichere euch: Einer von euch wird mich verraten! Einer von euch, der mit mir zusammen sein Brot in die Schüssel getaucht hat, ist es.” (Matthäus 26,21-23)

Die anderen Jünger würden weglaufen. (Matthäus 26,31) Jesus würde sich all dem allein stellen, er würde den Zorn Gottes tragen, leiden und sterben – aber am dritten Tag auferstehen. All diese Details wurden von Jesus vorher angekündigt!

Das Leiden und der Tod Jesu waren von Ewigkeit her geplant

Der dreieinige Gott hat einen Heilsplan entworfen, noch bevor die Welt gegründet wurde. Das ist überwältigend. Noch bevor die ersten Menschen sündigten, beschloss Gott, sie in Jesus Christus wieder heilig und untadelig zu machen. (Epheser 1,4; 2. Timotheus 1,9) Von Ewigkeit her war klar, dass Gott der Sohn Mensch werden und die Sünde der Menschheit auf sich nehmen würde. Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist hatten diesen Plan gemeinsam entworfen. Als Jesus dann tatsächlich “menschliche Gestalt” annahm, führte Er diesen Plan aus und war “gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz.” (Philipper 2,8)

Jesus rang mit Gottes Plan

Die Durchführung dieses Plans war für Jesus nicht einfach. Er rang wirklich mit dem bevorstehenden Leiden: “Jetzt habe ich große Angst. Soll ich deshalb beten: Vater, bewahre mich vor dem, was bald auf mich zukommt? Nein, denn ich bin in die Welt gekommen, um diese Stunde zu durchleiden.” (Johannes 12,27) Im Garten Gethsemane, warf Er sich nieder und betete: “Mein Vater, wenn es möglich ist, dann lass den Kelch an mir vorübergehen und erspare mir dieses Leiden! Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.” (Matthäus 26,3)
Es gab keinen anderen Weg, die Menschheit zu retten. Deshalb entschied sich Jesus, uns Sünder bis zum Äußersten zu lieben und für unsere Missetaten zerschlagen zu werden. (Johannes 13,1, Jesaja 53,5)

Die Beteiligten waren für ihre Taten verantwortlich

Gott hatte also Jesu Leiden und Tod von Ewigkeit her geplant, und Jesus entschied sich, diesen Weg bis zum Ende zu gehen. Aber das entlastet nicht die Menschen, die seinen Tod geplant haben (Matthäus 26,4), die ihn verraten haben (Matthäus 26,14-16), die falsche Anschuldigungen vorbrachten, um ihn zum Tode zu verurteilen (Matthäus 26,59), oder die ihn trotz seiner Unschuld kreuzigen ließen (Lukas 23,13-14,24-25). Sie tragen die volle Verantwortung für ihr eigenes Handeln. Wie Jesus über Judas sagt: “Der Menschensohn muss zwar sein Leben lassen, wie es in der Heiligen Schrift vorausgesagt ist; aber wehe dem, der ihn verrät! Dieser Mensch wäre besser nie geboren worden.” (Matthäus 26,24)

Selbst die Menschen, die Gottes Sohn getötet haben, können Vergebung erhalten. Gottes Gnade ist so unendlich groß, dass sogar die Menschen, die ihren eigenen Erlöser getötet haben, von Sünde und Unreinheit gereinigt werden können, wie Gott es in Sacharja 12,10-13,1 verheißen hat.
”Ich werde die Nachkommen von David und die Einwohner Jerusalems mit einem Geist erfüllen, der sie ihre Schuld erkennen lässt, so dass sie mich um Gnade anflehen. Voller Reue werden sie auf mich sehen, den sie durchbohrt haben, und die Totenklage für ihn halten, so wie man um sein einziges Kind trauert. Ja, sie werden bitterlich um ihn weinen, als wäre es ihr erstgeborener Sohn. … An jenem Tag wird in Jerusalem eine Quelle entspringen. Ihr Wasser wird alle Sünde und Unreinheit von den Nachkommen Davids und den Einwohnern Jerusalems abwaschen.”

Genau das geschah am Pfingsttag, der in Apostelgeschichte 2 beschrieben wird und an dem die Apostel das Evangelium verkündeten: “Es besteht also kein Zweifel daran, und ganz Israel soll wissen: Gott hat diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Retter gemacht. Als die Leute das hörten, waren sie von dieser Botschaft tief betroffen. Sie fragten Petrus und die anderen Apostel: Brüder, was sollen wir tun? Kehrt um zu Gott!, forderte Petrus sie auf. Jeder von euch soll sich auf den Namen von Jesus Christus taufen lassen! Dann wird euch Gott eure Sünden vergeben, und ihr werdet den Heiligen Geist empfangen. … Viele Zuhörer nahmen die Botschaft von Petrus an und ließen sich taufen. Die Zahl der Gläubigen wuchs an diesem Tag um etwa dreitausend.” (Apostelgeschichte 2,36-41)

Fazit

Jesus wurde “durch die Hand von Gesetzlosen” getötet, die eine schwere Sünde begingen, indem sie den von Gott gesandten Messias ablehnten und einen unschuldigen Menschen kreuzigten. Gleichzeitig war es aber auch “so von Gott beschlossen und vorherbestimmt.” (Apostelgeschichte 2,23, NeÜ)
Gott benutzte die bösen Absichten der Menschen, um etwas Gutes zu bewirken – Rettung für Sünder. Nimmst du dieses Geschenk der Gnade an?

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