In 1. Mose 1,26-28 lesen wir, wie Gott den Menschen schuf, ihn segnete und ihm auftrug: „Vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde!“ Wie verhält es sich, wenn wir alleinstehend sind oder keine Kinder haben können?
Als Gottes Ebenbild geschaffen
Das Gebot in 1. Mose 1,28 sollte in seinem Kontext gelesen werden: Die vorangehenden Verse handeln von der Erschaffung des Menschen als Ebenbild Gottes. „So schuf Gott den Menschen als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild; und er schuf sie als Mann und Frau.“ Der Mensch ist allen anderen Geschöpfen Gottes, die wir auf der Erde sehen, höher gestellt, denn wir sind nach seinem Bild geschaffen. Nicht nur das, sondern er hat uns mit seinen Händen geschaffen und uns den Lebensodem eingehaucht. Daran können wir erkennen, dass wir eine besondere Beziehung zu Gott haben, die Tiere nicht haben. Deshalb haben wir auch die besondere Bestimmung, Gott in unserem Leben widerzuspiegeln.
Fruchtbar sein und sich vermehren
Dann sagte Gott zu ihnen „Vermehrt euch, bevölkert die Erde …“ Das sagt uns etwas über Gottes Wunsch und Plan für die Menschen. Was ist also mit denen unter uns, die nicht verheiratet sind, keine Kinder haben oder keine Kinder bekommen können? Hat Gott uns übersehen? Werden wir für etwas bestraft? Sollten wir alles uns Mögliche tun, um fruchtbar zu sein und uns zu vermehren? Auch wenn du kein Christ bist, kann es sein, dass du alles tust, was in deiner Macht steht, um einen Partner zu haben und Kinder zu bekommen, weil jeder davon ausgeht, dass dies die Norm ist.
Single sein
Wenn du Christ bist, brauchst du dich nicht unter Druck zu setzen oder das Gefühl zu haben, dass es falsch oder abnormal ist, alleinstehend oder kinderlos zu sein, oder dass du dagegen ankämpfen musst, um es zu ändern. Gott hat einen perfekten Plan für jedes seiner Kinder – das schließt jeden Aspekt des Lebens ein: Ausbildung, Arbeit, Familie, Ehepartner oder Singlesein. Aus einem engen Blickwinkel betrachtet, könnte fruchtbar sein bedeuten, Kinder zu haben. Tatsächlich ist es aber möglich, in jedem Bereich unseres Lebens fruchtbar zu sein und erfüllt und zufrieden zu sein, in welchem Zustand wir uns auch befinden mögen. Siehe zum Beispiel Johannes 15,5 und 8: „Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, der trägt viel Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten.… Wenn ihr viel Frucht bringt und euch so als meine Jünger erweist, wird die Herrlichkeit meines Vaters sichtbar.“
Geistliche Kinder
Es ist nicht nur möglich, als Single fruchtbar zu sein, sondern sich sogar zu vermehren. Das Gebot der Vermehrung in 1. Mose 1,28 diente zur Ausweitung des Reiches Gottes, da es mehr dieser einzigartigen Menschen geben würde, welche Gottes Ebenbild widerspiegeln. Aber seit dem Sündenfall der Menschheit dient die Fortpflanzung nicht mehr ‚automatisch‘ der Ausdehnung des Reiches Gottes. Die menschliche Natur der Ebenbilder Gottes wurde entstellt. Deshalb hat der an Adam und Eva erteilte Fortpflanzungsauftrag durch das Kommen Christi eine neue Bedeutung erhalten: Das Reich Gottes wächst nicht (nur) durch physische Vermehrung, sondern durch geistliche Vermehrung mittels Jüngerschaft (siehe auch Römer 9,7-8 und Galater 3,7-9).
Ein Beispiel: der Apostel Paulus
Ein Beispiel dafür ist die Beziehung zwischen dem Apostel Paulus (der wahrscheinlich alleinstehend war) und Timotheus. Sie waren biologisch nicht verwandt, aber Paulus nennt Timotheus sein „Kind“ (2. Timotheus 2,1-2), da er sein geistlicher Mentor war. Und Paulus betrachtet sogar eine ganze Gemeinde als seine Kinder, da er derjenige war, der ihnen zuerst das Evangelium verkündete. In 1. Korinther 4,14-17 schreibt er:
„Ich schreibe das alles nicht, um euch zu beschämen. Vielmehr möchte ich euch wieder auf den rechten Weg bringen. Ihr seid doch meine geliebten Kinder! Selbst wenn ihr Tausende von Erziehern hättet, die euch im Glauben unterweisen, so habt ihr doch nicht viele Väter. Als ich euch die rettende Botschaft von Jesus Christus brachte und ihr dadurch neues Leben empfingt, bin ich euer Vater geworden. Darum bitte ich euch eindringlich: Folgt meinem Beispiel! Weil mir so viel daran liegt, habe ich Timotheus zu euch geschickt. Durch den Glauben ist er mir ein lieber und treuer Sohn geworden. Er wird euch daran erinnern, wie ich in der Verbindung mit Jesus Christus lebe…“
Der Missionsbefehl an alle Gläubigen
Paulus zeigt uns also, wie wir, ob wir nun biologische Kinder haben oder nicht, geistliche Kinder zeugen und aufziehen können, indem wir das Evangelium verkünden und andere weiter in ihrem Weg mit Christus führen. Das ist es, was Jesus uns in Matthäus 28:19-20 befohlen hat Missionsbefehl: „Deshalb geht hinaus in die ganze Welt und ruft alle Menschen dazu auf, meine Jünger zu werden! Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe.“
Zufrieden sein
Es wird immer diejenigen geben, die sich wünschen, verheiratet zu sein, andere Single zu sein, andere wünschen sich, Kinder zu haben, wieder andere wünschen sich, keine Kinder zu haben. Für alle Kinder Gottes wünscht er sich, dass wir zufrieden sind, in welchem Zustand sie sich auch befinden mögen. So wie Paulus feststellte, „Ich habe gelernt, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe.“ (Philipper 4,11, NeÜ)
Fruchtbar und Single sein
Daher gilt dieses Gebot für jeden, ob alleinstehend oder verheiratet. Gott wünscht sich, dass alles, was wir tun, fruchtbar ist und dass wir Zufriedenheit im Leben finden. Das ist nur möglich, wenn wir Gott kennen und seine Kinder sind. Denn dann können wir sicher sein, was auch die Umstände in unserem Leben sein mögen, Er hat alles unter Kontrolle, und ich kann Frieden finden, in welchem Zustand auch immer ich mich befinde. Wie auch immer unsere Situation aussieht – ob wir leibliche Kinder haben, ob wir Adoptivkinder haben, ob wir alleinstehend oder kinderlos sind – Gott möchte, dass wir fruchtbar sind und uns geistlich vermehren.

